Vierzehn Augen aus dem All: Wie tief Russland dem Iran beim Zielen auf US-Stützpunkte half
Ein neuer CNN-Bericht wirft ein noch genaueres Licht auf das Ausmaß der russischen Unterstützung für den Iran während dessen Krieg gegen die USA: 14 russische Spionagesatelliten sollen kurz vor einem verheerenden iranischen Angriff auf einen amerikanischen Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien über dem Gelände gekreist sein, darunter ein hochentwickelter Aufklärungssatellit. Einige der Satelliten verfügten demnach über Bildaufnahmefähigkeiten, andere konnten offenbar Kommunikation am Stützpunkt abfangen und dessen Luftabwehrsysteme orten.
Betroffen war der amerikanisch-saudische Stützpunkt Prince Sultan im Landesinneren Saudi-Arabiens, den der Iran Ende März mit ballistischen Raketen angriff. Bei dem Angriff wurden zwölf amerikanische Soldaten verletzt, der Stützpunkt schwer beschädigt, und ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug vom Typ AWACS im Wert mehrerer hundert Millionen Dollar wurde zerstört, obwohl es zum Zeitpunkt des Angriffs nicht an seinem üblichen, vorkriegszeitlichen Standort geparkt war, ein Detail, das nach CNN-Angaben zusätzlich für gezielte, vorab beschaffte Information spricht.
Kein Einzelfall
Der Fall reiht sich in eine bereits seit dem Frühjahr dokumentierte Serie ein: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits Ende März öffentlich gemacht, dass russische Satelliten den Stützpunkt in den Tagen vor dem Angriff mehrfach fotografiert hätten, und zeigte sich „hundertprozentig“ überzeugt, dass Russland diese Aufnahmen an Teheran weitergegeben habe. Eine später von Reuters eingesehene ukrainische Geheimdienstauswertung kam zu einem noch umfassenderen Bild: Russische Satelliten hätten zwischen dem 21. und 31. März mindestens 24 Aufklärungsflüge über elf nahöstlichen Ländern durchgeführt und dabei 46 einzelne Objekte erfasst, militärische Stützpunkte ebenso wie Flughäfen und Ölfelder. Binnen weniger Tage nach jeder Erfassung seien die jeweiligen Ziele von iranischen Raketen oder Drohnen angegriffen worden, ein nach Einschätzung der Auswertung eindeutiges Muster. Wenig später wurde zudem bekannt, dass der Iran zusätzlich auf einen chinesischen Spionagesatelliten zurückgegriffen haben soll, der unter anderem den Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien, die Umgebung des amerikanischen Marinestützpunkts der Fünften Flotte in Manama, Bahrain, sowie den Flughafen von Erbil im Irak überwacht habe, jeweils zeitlich passend zu von den Revolutionsgarden reklamierten Angriffen auf Einrichtungen in diesen Gebieten. Teheran konnte demnach offenbar auf mehrere ausländische Geheimdienstquellen gleichzeitig zurückgreifen.
Der aktuelle CNN-Bericht geht nun noch einen Schritt weiter und legt nahe, dass es sich keineswegs um einen einmaligen Vorfall gehandelt haben dürfte. In amerikanischen Sicherheitskreisen befürchtet man, Russland habe dem Iran mehrfach vergleichbare Aufklärungsdaten geliefert, darunter auch Informationen, die einem Angriff auf eine CIA-Einrichtung in Riad vorausgegangen sein sollen. Moskau bestreitet die Vorwürfe konsequent, Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor eingeräumt, im Rahmen des langjährigen Militärbündnisses Ausrüstung an den Iran zu liefern, eine nachrichtendienstliche Unterstützung jedoch bestritten.
Eine Allianz, die sich seit der Ukraine-Invasion vertieft hat
Die Partnerschaft zwischen Moskau und Teheran hat sich seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 spürbar intensiviert. Der Iran belieferte Russland im Gegenzug mit Kamikaze-Drohnen vom Typ Shahed, die im Krieg gegen die Ukraine massenhaft eingesetzt werden, im Januar 2025 unterzeichneten Präsident Putin und sein iranischer Amtskollege Masoud Pezeshkian zudem ein umfassendes strategisches Partnerschaftsabkommen. Während des Kriegs zwischen dem Iran und den USA war es nach israelischen Angaben Russland, das dem Iran zur Seite stand, unter anderem durch Geheimdienstaustausch und Lieferungen fortschrittlicher Drohnentechnik. Israel selbst griff im Zuge des Kriegs auch Ziele am Kaspischen Meer an, über das Transporte zwischen Russland und dem Iran verlaufen.
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