Israel wappnet sich für die Feiertage, der Iran rüstet mit Russlands Hilfe auf

Verteidigungsminister Israel Katz hat am Mittwoch erklärt, Israel bereite sich auf die Möglichkeit eines iranischen Angriffs während der bevorstehenden jüdischen Feiertage vor und werde im Fall eines Angriffs mit erheblicher Härte reagieren. Bei einer von Ynet und Jedioth Achronoth veranstalteten Konferenz sagte Katz: „Der Ministerpräsident und ich verfolgen das täglich gemeinsam mit der Armee, manchmal mitten in der Nacht am roten Telefon. Wir nehmen keine Information auf die leichte Schulter. Wir wollen nicht überrascht werden. Wir sind vorbereitet.“ Rosch Haschana beginnt in diesem Jahr am Abend des 11. September und leitet drei Wochen jüdischer Feiertage ein, in denen traditionell auch besonders viele Israelis im In- und Ausland unterwegs sind.

Katz erklärte, Israel überlasse den USA derzeit bewusst die Führung bei Angriffen auf den Iran, da Washington eigene Interessen an der Straße von Hormus und an der Energiesicherheit verfolge, machte aber deutlich, dass Israel jederzeit direkt in den Konflikt eintreten könne: „Wenn sie uns angreifen, werden wir mit großer Kraft reagieren, unabhängig von allen anderen.“ Zudem bekräftigte er, Israel habe das iranische Atomprogramm während der „Operation Rising Lion“ zu Jahresbeginn zerstört und beobachte weiterhin genau, ob der Iran versuche, es wieder aufzubauen.

Die amerikanischen Angriffe gehen unterdessen weiter: Nach iranischen Angaben wurden am Mittwoch bei gesonderten US-Schlägen in der Provinz Kermanschah sowie auf der Insel Lavan sieben Angehörige der Revolutionsgarden und der Bassidsch-Miliz getötet. Bereits am Vortag hatte die US-Armee im Rahmen einer neuen, von Präsident Trump gebilligten „Tanker-für-Tanker“-Politik erstmals zwei iranische Staatstanker angegriffen, als Vergeltung für iranische Angriffe auf Schiffe im Raum Hormus.

Vertiefte militärische Zusammenarbeit mit Russland

Während Israel sich auf eine mögliche Eskalation rund um die Feiertage vorbereitet, zeigen neue Enthüllungen, wie tief der Iran inzwischen militärisch mit Russland verflochten ist. Die Financial Times berichtete am Mittwoch, Russland unterstütze den Iran bereits seit 2023 heimlich bei der Entwicklung von Überschall-Marschflugkörpern, in einem Programm mit dem Codenamen C430L, organisiert vom staatlichen Rüstungsexporteur Rosoboronexport in Abstimmung mit dem sanktionierten Hersteller NPO Mashinostroyenia. Russische Ingenieure reisten laut dem Bericht 2023 mehrfach in den Iran, bis 2025 erhielt das russische Unternehmen bereits iranische technische Unterlagen zur Auswertung. Ein Iran-Raketenexperte der britischen Organisation Conflict Armament Research bezeichnete gegenüber der Financial Times gerade den Austausch erfahrener Ingenieure, nicht nur von Bauplänen, als besonders wertvollen Teil solcher Kooperationen. Sollte der Iran über einsatzfähige Waffen dieser Art verfügen, würde dies seine Fähigkeit stärken, Ziele ausgerechnet in jener Golfregion zu bedrohen, die derzeit im Zentrum der Kämpfe steht.

Die Kooperation reiht sich in ein größeres Bild ein: Der Iran gilt bereits seit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine als wichtiger Lieferant von Kampfdrohnen des Typs Shahed, die in Russland in Lizenz als Geran-2 nachgebaut werden. Der Technologiefluss zwischen beiden Ländern verläuft damit längst nicht mehr nur in eine Richtung.

Wie eng die politische Rückendeckung inzwischen ist, zeigte sich auch am Dienstag, als Irans Präsident Masoud Pezeshkian am Rand des Gipfels der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit im kirgisischen Bischkek mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammentraf und ihm für Moskaus Haltung zum Krieg gegen den Iran sowie zu den damit verbundenen Sanktionen dankte. Gemeinsam könnten Moskau und Teheran sich dem widersetzen, was er als amerikanischen „Unilateralismus“ bezeichnete. Putin erklärte, Russland stehe solidarisch an der Seite des iranischen Volkes und werde die wirtschaftlichen Beziehungen trotz der militärischen Lage aufrechterhalten: „In dieser schwierigen Zeit bemühen wir uns, Ihnen die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen, wie besprochen, und beliefern Sie mit essenziellen Gütern.“ Pezeshkian wiederum warf den USA vor, kein Recht zu haben, Sanktionen zu verhängen, „wann immer es ihnen beliebt“, und internationales Recht sowie das Völkerrecht zu verletzen. Von genau diesem Gipfel aus war Pezeshkian später in der Nacht unterwegs, als sein Flugzeug wegen aktivierter Luftabwehr über Teheran zur Notlandung gezwungen war, wie berichtet.

Für Israel ergibt sich daraus ein doppeltes Bild: eine Führung, die sich öffentlich kampfbereit und wachsam gibt, während der Iran zugleich zeigt, dass er trotz der anhaltenden amerikanischen Angriffe weder militärisch noch diplomatisch isoliert ist.

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