Trump droht dem Iran hart – doch die Tür für Gespräche bleibt offen
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran am Montag eine harte Antwort angedroht, nachdem Teheran in der Nacht ballistische Raketen auf amerikanische Streitkräfte in Jordanien abgefeuert hatte, als Vergeltung für den amerikanischen Angriff auf die Insel Larak. „Wir werden sie mit voller Wucht treffen“, sagte Trump in einem Interview mit Fox News. „Es wird eine Reaktion geben.“ Damit endete eine rund einmonatige Phase relativer Ruhe zwischen den beiden Staaten.
Kurz zuvor hatte Trump auf Truth Social bereits deutlich schärfere Töne angeschlagen: „Der Iran ist offiziell ein gescheiterter Staat. Er ist tot!“, schrieb der Präsident und behauptete erneut, das Land verfüge über keine funktionierende Marine, Luftwaffe oder Währung mehr, die Führung befinde sich in „vollkommenem Chaos“. Trump kritisierte zudem den Umgang des Regimes mit Demonstranten im Land und erklärte, die iranische Führung sei nicht mehr in der Lage, das Land angemessen zu vertreten.
Irans Antwort: Drohung und Diplomatie zugleich
Ein hochrangiger iranischer Vertreter erklärte gegenüber Reuters, auf jeden amerikanischen Angriff werde Teheran „um ein Vielfaches heftiger“ reagieren. Die iranische Antwort auf die amerikanischen Angriffe auf Larak habe bewiesen, dass es in der Region „kein Ziel außerhalb der Reichweite Teherans“ gebe. Die Lage in der Straße von Hormus werde sich für Schiffe verschärfen, die sich nicht an die von Teheran festgelegten Regeln hielten. Zugleich bezeichnete er den jüngsten Schlagabtausch selbst als „begrenzte, eingehegte Konfrontation“. Die Revolutionsgarden erklärten gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Fars, Aggression und Verbrechen würden die Verzweiflung des Feindes bei dem Versuch, die Kontrolle der Islamischen Republik über die Straße von Hormus zu schwächen, nicht lösen, jeder Angriff werde mit noch verheerenderen Antworten beantwortet.
Bemerkenswert anders klang dagegen Irans Präsident Masoud Pezeshkian, der laut der halboffiziellen Agentur Tasnim erklärte, Teheran suche trotz der jüngsten Zusammenstöße weiterhin nach einer Verhandlungslösung mit den USA.
Was in der Nacht geschah
Amerikanische Streitkräfte hatten in der Nacht auf Montag zwei Raketenwerfer der Revolutionsgarden auf der Insel Larak in der Straße von Hormus angegriffen, nachdem sie Vorbereitungen für den Abschuss von Raketen mit Seeminen auf die internationale Schifffahrtsroute festgestellt hatten. Das US-Zentralkommando bezeichnete den Angriff als „begrenzte und präzise Aktion“ gegen eine Kraft, die eine „unmittelbare Bedrohung“ für die kommerzielle Schifffahrt und den Verkehr in der Meerenge dargestellt habe.
Als Reaktion feuerte der Iran Raketen auf amerikanische Stützpunkte in Jordanien ab, die Revolutionsgarden übernahmen die Verantwortung und drohten, die USA würden einen „hohen wirtschaftlichen und militärischen Preis“ zahlen. Nach Angaben der jordanischen Armee fingen die Luftabwehrsysteme des Königreichs acht Raketen ab, die in seinen Luftraum eingedrungen waren. Trump zufolge wurden nahezu alle auf die amerikanischen Kräfte abgefeuerten Raketen abgefangen, eine einzige Rakete habe man bewusst passieren lassen, da sie nach Einschätzung der Streitkräfte kein nennenswertes Ziel bedroht habe. Ein amerikanischer Vertreter sagte gegenüber Fox News, es seien keine nennenswerten Schäden durch den Beschuss entstanden, der mindestens acht ballistische Raketen umfasst habe.
Die Konfrontation blieb nicht ohne Folgen an den Ölmärkten: Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg am Montagmorgen um 3,4 Prozent auf 91,09 Dollar je Barrel, nachdem er in der Vorwoche noch deutlich gefallen war.
Bleibt die Tür für Gespräche offen?
Trotz seiner scharfen Rhetorik ließ Trump zugleich eine Tür für neue Gespräche mit Teheran offen. „Sie wollen sich so sehr treffen“, sagte er, schränkte aber sofort ein: „Ich weiß einfach nicht, ob man sich auf eine Vereinbarung mit ihnen verlassen kann.“ Die von den USA verhängten Sanktionen begännen inzwischen, „sehr stark zu wirken“, so Trump weiter.
Ob damit tatsächlich eine neue, umfassendere Eskalationsrunde begonnen hat oder es bei einem einmaligen, begrenzten Schlagabtausch bleibt, lässt sich nach jetzigem Stand nicht sicher sagen. Internationale Berichte werten die Ereignisse übereinstimmend als Bruch einer rund einmonatigen Kampfpause, gleichzeitig bezeichnen sowohl der zitierte iranische Vertreter als auch Präsident Pezeshkian die Lage explizit als begrenzt beziehungsweise weiterhin verhandlungsoffen. Die Kombination aus harter Rhetorik auf beiden Seiten und gleichzeitig offen gehaltenen diplomatischen Kanälen spricht bislang eher für eine weitere Runde des seit Monaten andauernden Musters aus Nadelstichen und Drohungen als für eine grundlegende Rückkehr zum offenen Krieg, ausgeschlossen ist Letzteres angesichts der aufgeheizten Lage jedoch nicht.
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