Syrischer Drusenführer nennt seine Gemeinschaft „untrennbaren Teil“ Israels

Der geistliche Führer der syrischen Drusen, Hikmat al-Hijri, hat am Montag bei einer Versammlung in al-Suwaida für scharfe Kritik gesorgt, als er die Drusen als „untrennbaren Teil des Staates Israel“ bezeichnete, eine politische Provokation, keine territoriale Tatsachenbehauptung, denn al-Suwaida liegt in Syrien. Die am Dienstag verbreiteten Aussagen markieren eine deutliche Verschärfung seiner Rhetorik gegenüber Israel, während die Spannungen zwischen den ihm nahestehenden Kräften in der südsyrischen Provinz und der Regierung in Damaskus anhalten.

Al-Hijri sagte, es gebe mit Israel Gemeinsamkeiten „sogar im Glauben“, und äußerte sich anerkennend über Israels Modell des Staatsaufbaus sowie seinen Umgang mit der Wahrung eigener Interessen.

Er deutete zudem an, dass es „innerhalb weniger Tage“ Entwicklungen rund um al-Suwaida geben könnte, ohne dies näher zu erläutern. Die Provinz steht weiterhin im Zentrum verstärkter regionaler und internationaler diplomatischer Aktivität.

Schrittweise Verhärtung der Position

Die Aussagen fügen sich in eine schrittweise Verhärtung der Position al-Hijris zur politischen Zukunft al-Suwaidas ein. In den vergangenen Monaten hatte er wiederholt über das Recht auf Selbstbestimmung und die Möglichkeit gesprochen, eine von der Zentralregierung in Damaskus unabhängige Struktur zu errichten. Auch die Möglichkeit, dass die Provinz künftig unter dem Schutz eines anderen Staates stehen oder sich einem anderen Staat anschließen könnte, hatte er ins Spiel gebracht.

In seinen jüngsten Äußerungen ging al-Hijri auch auf die Lage in al-Suwaida in den vergangenen Monaten ein. Die Bewohner der Provinz säßen „in einem Graben“, sagte er mit Verweis auf die Verluste durch die Zusammenstöße, die das Gebiet erschüttert haben.

Vor Ausbruch der Gewalt hätten sich die Forderungen der Bewohner al-Suwaidas vor allem auf die Errichtung eines demokratischen, zivilen Staates konzentriert, der die Rechte aller Gemeinschaften garantiert und keine Syrer aufgrund von Religion oder Konfession benachteiligt.

Zugleich betonte al-Hijri die Notwendigkeit internationaler Einbindung zur Lösung der Lage in al-Suwaida. Regionale Entwicklungen und Verständigungen zwischen internationalen Mächten würden die Zukunft der Provinz mitgestalten, argumentierte er.

Unklare Verhandlungen mit Damaskus

Das Verhältnis zwischen al-Hijri und Damaskus bleibt angespannt, zu widersprüchlichen Berichten über mögliche laufende Verhandlungen zwischen beiden Seiten kam es in den vergangenen Wochen wiederholt. Medienberichte verweisen auf Kontakte mit dem Ziel, eine Regelung für die Sicherheits- und Verwaltungsbeziehungen zwischen al-Suwaida und der syrischen Regierung zu finden.

Al-Hijri nahestehende Kreise bestreiten dagegen direkte Verhandlungen, räumen jedoch von den USA vermittelte Bemühungen zu einzelnen Fragen ein, darunter das Schicksal von Häftlingen.

Zeitpunkt mit Bedeutung

Der Zeitpunkt der Äußerungen verleiht ihnen zusätzliches Gewicht. Sie fielen wenige Tage nach einem von den USA vermittelten syrisch-israelischen Treffen in Jordanien, das Teil der Bemühungen war, die Spannungen zwischen Damaskus und Israel abzubauen und Sicherheitsvereinbarungen für Südsyrien zu erörtern.

Die Aussagen fallen zudem in eine Zeit wachsenden israelischen Engagements in Fragen der syrischen Drusen. Israel griff im Juli 2025 während der Zusammenstöße in al-Suwaida militärisch ein, führte Angriffe in Damaskus und andernorts durch und erklärte, der Schutz der Drusen sei eines der Ziele des Eingreifens gewesen.

Al-Hijri hat sich wiederholt bei Israel für dessen Haltung bedankt. Seine Rhetorik hat sich seither von Forderungen nach internationalem Schutz und Selbstbestimmung hin zu deutlich expliziteren Verweisen auf Israel als möglichem Akteur bei der künftigen Ausrichtung al-Suwaidas entwickelt.

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