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03 Aug 2026

Zwei Erzählungen, eine Wirklichkeit: Trump verkündet Gespräche, Teheran bestreitet sie

Es sind nur wenige Stunden zwischen beiden Aussagen, und sie widersprechen einander vollständig. An Bord der Air Force One erklärte US-Präsident Donald Trump, über die Straße von Hormus sei eine Einigung erzielt worden und die Verhandlungen mit dem Iran würden am Montagnachmittag wieder aufgenommen. Am Montagvormittag trat in Teheran Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei vor die Presse und sagte: „Wir führen gegenwärtig keine Gespräche mit der amerikanischen Seite.“

Aus iranischer Sicht sei Pakistan der Vermittler, mit Unterstützung Katars. Die Mitglieder der eigenen Verhandlungsdelegation befänden sich im Land, geplant sei weder der Empfang von Vermittlern noch eine Reise zu Gesprächen in den kommenden Tagen. Trump hatte keine Angaben dazu gemacht, wo die Gespräche stattfinden, wer teilnehmen oder was bereits vereinbart sein soll.

Was Teheran unter der Hormus-Lösung versteht

Entscheidend ist die zweite Klarstellung Baghaeis, denn sie betrifft den Kern der Sache. Die Gespräche mit Oman zielten darauf, „eine Verständigung über die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erreichen“. Die diskutierte Route werde vorübergehend sein, über sie werde man sichere Navigation gewährleisten.

Von einer vollständigen Wiedereröffnung der Wasserstraße sprach er ausdrücklich nicht. Genau das aber hatte Trump verkündet: die „sofortige, vollständige und komplette“ Öffnung. Zwischen einem temporären Korridor unter iranischer Aufsicht und einer dauerhaft freien Meerenge liegt der gesamte Konflikt der vergangenen fünf Monate.

Dazu kam eine Warnung an die Nachbarn: Die Staaten der Region sollten den USA nicht erlauben, ihr Territorium für Angriffe auf den Iran zu nutzen. Setze Washington seine Verstöße gegen das Memorandum fort, würden sich die Verhältnisse in der Meerenge nicht ändern. Von den Kämpfen zwischen den Houthis und Saudi-Arabien distanzierte sich Baghaei: eine innere Angelegenheit, in die der Iran nicht eingreife und die keinen Zusammenhang mit dem Krieg gegen die USA habe.

Ein Widerspruch, der Methode hat

Auffällig ist, dass dieses Muster nicht neu ist. Seit Kriegsbeginn dementiert Teheran regelmäßig, was Washington über angebliche Verhandlungswünsche verlautbaren lässt. Parlamentspräsident Ghalibaf sprach bereits im Frühjahr von „Fake News“, mit denen Finanz- und Ölmärkte manipuliert würden. Baghaei selbst nannte vergangene Woche entsprechende Behauptungen „Erfindungen, die die andere Seite von Zeit zu Zeit verbreitet“.

Dahinter steckt Kalkül. Für Trump beweist jede gemeldete Gesprächsbereitschaft, dass sein Druck wirkt. Für Teheran wäre genau dieses Eingeständnis eine Niederlage. Deshalb kann beides gleichzeitig stimmen: Vermittler übermitteln Botschaften, direkte Verhandlungen finden nicht statt. Regionale Vertreter berichteten der Nachrichtenagentur AP von „erheblichen Fortschritten“ bei den Vermittlungsbemühungen, insbesondere bei einem Mechanismus für die Durchfahrt von Schiffen.

Ein Detail aus dem Wochenende verdient noch Beachtung. Trump erklärte, Saudi-Arabien, die Emirate und Katar hätten ihn zur Absage des Angriffs gedrängt. Beim zweiten Land widerspricht das dem Wall Street Journal, dessen Quellen aus dem Golf berichten, Abu Dhabi habe im Gegenteil auf einen breiten Angriff gedrängt.

Israels Position bleibt unverändert

Jerusalem hat seine Linie deutlich formuliert. Energieminister Eli Cohen sagte: „Mit oder ohne Abkommen, und unabhängig von jeder äußeren Verpflichtung: Wenn der Iran versucht, sein Nuklearprogramm zu erneuern oder seine Raketenindustrie voranzutreiben, werden wir da sein. Wir werden handeln, und wir werden zuschlagen.“

Damit bleibt das diplomatische Bild ungelöst. Der amerikanische Präsident sagt, es werde verhandelt und über Hormus sei man sich einig. Teheran sagt, es werde nicht verhandelt, und über Hormus rede man mit Oman über einen vorläufigen Korridor. Wer recht behält, zeigt sich nicht an Erklärungen, sondern daran, welche Schiffe künftig welche Route nehmen, und ob auf sie geschossen wird.

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