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24 Jul 2026

Teheran lehnt Waffenstillstand ab und droht mit Angriff auf Tel Aviv, Israel bereitet sich auf ein brisantes Wochenende vor

Die dreizehnte Nacht amerikanischer Angriffe in Folge fällt in einen Moment, in dem die letzte diplomatische Tür gerade zufiel. Der Iran hat einen Waffenstillstandsvorschlag abgelehnt, den US-Präsident Trump über den irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Zaidi übermitteln ließ, berichtet die New York Times unter Berufung auf iranische und irakische Beamte. Al-Zaidi, der Trump erst kürzlich im Weißen Haus getroffen hatte, reiste mit einer Delegation nach Teheran und sprach dort mit Präsident Masoud Pezeshkian, Parlamentspräsident Mohammad Baqer Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi. Das Angebot sei das einzige auf dem Tisch gewesen, hieß es aus iranischen Kreisen, doch Teheran wolle sich auf keine Zwischenlösung einlassen, die die Kontrolle über die Straße von Hormus ungeklärt lasse. Araghchi wurde deutlicher: Das Problem sei nicht die Übermittlung von Botschaften. „Das Problem ist Amerikas Wahrnehmung, die irrational und gierig ist.“

Die konkreteste Drohung bislang: Tel Aviv

Zwei iranische Beamte gingen noch einen Schritt weiter. Sollte Trump seine Drohungen wahrmachen und Teheran sowie zentrale Infrastruktur angreifen, werde der Iran den Krieg auf die gesamte Region ausweiten, einschließlich eines Angriffs auf Tel Aviv, verbunden mit der Bitte an die Houthis im Jemen, die Meerenge Bab al-Mandab zu schließen. Es ist die bislang konkreteste iranische Drohung gegen israelisches Staatsgebiet seit Wiederaufnahme der Kämpfe. Westliche Geheimdienste kamen am Donnerstag zu einer ähnlichen Einschätzung: Der Iran könne Israel als Erstes angreifen, um es gezielt in die Konfrontation hineinzuziehen.

Trump selbst verschärfte den Ton auf seine Weise. Nachdem er bereits gedroht hatte, für jedes angegriffene Schiff eine Brücke oder ein Kraftwerk zu zerstören, auch in Teheran, kündigte er über Truth Social an, Schäden an Schiffen künftig aus iranischem Vermögen zu begleichen, das sich nach seinen Worten „im Besitz und unter der Kontrolle“ der USA befinde. Die Summen könnten „sehr erheblich“ ausfallen, schrieb er, „aber das ist die faire und gerechte Vorgehensweise“.

Militärisch: Kommandozentralen, Drohnenlager, offene Meerenge

Das US-Zentralkommando meldete den Beginn der Angriffswelle um 18.45 Uhr Ostküstenzeit, zwei Stunden und 15 Minuten später deren Abschluss. Getroffen wurden iranische Militärhauptquartiere, Drohnenlager, Kommunikationsnetze, Küstenüberwachung und maritime Kapazitäten, mit dem erklärten Ziel, die Bedrohung ziviler Schifffahrt weiter zu verringern. Die Meerenge bleibe trotz der jüngsten iranischen Angriffe für den Verkehr offen, betonte CENTCOM, Handelsschiffe verkehrten frei, mit amerikanischer Unterstützung. Aus Iran wurden Explosionen in mehreren Städten im Süden und Südwesten gemeldet, über Teheran war die Luftabwehr aktiv.

Israel: Sicherheitskabinett tagt, Schutzräume öffnen ohne offizielle Anweisung

In Israel bereitet man sich auf ein angespanntes Wochenende vor. Ministerpräsident Netanyahu beruft für Freitag das engere Sicherheitskabinett ein. Für Unruhe sorgte eine Äußerung des Likud-Abgeordneten Moshe Saada, jeder wisse, dass ein Angriff auf den Iran bevorstehe, „vielleicht schon dieses Wochenende“, ein Satz, der im Büro des Ministerpräsidenten Berichten zufolge auf wenig Begeisterung stieß. Mehrere Kommunalverwaltungen kündigten am Donnerstag die Öffnung städtischer Schutzräume an, obwohl das Heimatfrontkommando keine entsprechende Anweisung erteilt oder aktualisierte Richtlinien herausgegeben hatte. Die IDF bereitet sich auf ein Spektrum an Szenarien vor, das gesamte System bleibt in höchster Alarmbereitschaft, für den Fall, dass sich die Lage rasch ändert.

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