Angst vor Israel: Mojtaba Khamenei bleibt bei Beerdigung seines Vaters im Verborgenen
Im Iran sorgt die Abwesenheit des neuen Obersten Führers Mojtaba Khamenei weiter für Spekulationen. Nach Berichten amerikanischer und israelischer Medien haben iranische Sicherheitsverantwortliche ihm bislang untersagt, an der Beisetzung seines Vaters Ali Khamenei teilzunehmen.
Der Grund: Man fürchtet, Israel könnte die Gelegenheit für einen gezielten Schlag nutzen oder Khameneis Aufenthaltsort zurückverfolgen.
Die mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten für Ali Khamenei haben am Wochenende begonnen. Die Beisetzung soll am 9. Juli in Mashhad stattfinden. Genau dort wollte Mojtaba Khamenei nach Angaben der New York Times offenbar erscheinen und religiöse Begräbnisriten für seinen Vater übernehmen. Sicherheitsvertreter sollen dies jedoch abgelehnt haben.
Mojtaba Khamenei ist seit den amerikanisch-israelischen Angriffen Ende Februar nicht mehr öffentlich aufgetreten. Bei diesen Angriffen wurden den Berichten zufolge sein Vater, seine Ehefrau und weitere Familienangehörige getötet. Auch bei einer Gedenkfeier für seine Frau in Teheran blieb er demnach fern.
Politisch ist diese Abwesenheit heikel. Das Regime inszeniert die Trauerfeierlichkeiten als Demonstration von Stärke, Einheit und Widerstand gegen Israel und die USA. Doch ausgerechnet der neue Oberste Führer bleibt unsichtbar. Das nährt Zweifel an seiner Gesundheit, seiner Handlungsfähigkeit und seiner Autorität innerhalb des Machtapparats.
Zugleich verschärft sein Schweigen die inneren Spannungen. Pragmatischere Kräfte um Präsident Masoud Pezeshkian und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf unterstützen Gespräche mit den USA, während Hardliner auf Konfrontation drängen. Einige von ihnen stellen die Verhandlungen infrage, solange Mojtaba Khamenei nicht öffentlich auftritt oder zumindest eine Tonaufnahme veröffentlicht.
Damit wird die Beerdigung seines Vaters zu einem politischen Test. Der Iran will Geschlossenheit zeigen. Doch die Sicherheitsmaßnahmen rund um Mojtaba Khamenei zeigen vor allem, wie tief die Angst vor Israel inzwischen in die Führung des Regimes hineinreicht.
Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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