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20 Jun 2026

Trotz neuer Eskalation im Libanon — Witkoff auf dem Weg zu Iran-Gesprächen in der Schweiz

Trotz anhaltender Spannungen im Libanon sollen die Gespräche über ein endgültiges Abkommen zum iranischen Atomprogramm doch vorankommen. Nach einem Bericht von Axios ist Steve Witkoff, Sondergesandter von US-Präsident Donald Trump, auf dem Weg in die Schweiz. Dort sollen die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über die nächste Phase der Absichtserklärung beginnen.

In der Schweiz befinden sich Berichten zufolge Jared Kushner und Katars Ministerpräsident Mohammed al-Thani. Auch Irans Außenminister Abbas Araghchi soll seine Anreise planen. Unklar bleibt, ob die Gespräche sofort beginnen oder zunächst weiter vorbereitet werden.

Ursprünglich sollte auch US-Vizepräsident JD Vance in die Schweiz reisen. Seine Abreise wurde jedoch kurzfristig verschoben, nachdem es im Südlibanon zu einer neuen schweren Eskalation gekommen war. Vier israelische Soldaten wurden bei einem Vorfall im Raum Tebnit getötet, darunter Oberstleutnant Dor Ben Simhon, Kommandeur des 52. Bataillons. Die IDF reagierte mit einer massiven Angriffswelle auf Ziele im Libanon.

Nach israelischen Angaben wurden am Freitag rund 150 Ziele angegriffen. Libanesische Medien meldeten zahlreiche Tote und Verletzte. Auch am Samstagmorgen berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA über weitere Angriffe im Raum Nabatieh. Demnach sollen mindestens fünf Menschen getötet worden sein. Berichtet wurde von Luftangriffen, Drohnenangriffen und Artilleriebeschuss.

Für den Iran ist die Libanon-Frage ein zentraler Hebel. Teheran wirft den USA vor, die in der Absichtserklärung vorgesehene Waffenruhe im Libanon nicht durchzusetzen. Ein iranischer Parlamentsvertreter drohte, die Fortsetzung dieser Lage werde Washington teuer zu stehen kommen. Außenminister Araghchi soll laut Vermittlern klargemacht haben, der Libanon könne über das Schicksal der Gespräche entscheiden.

Zugleich arbeiten Washington und Katar an wirtschaftlichen Anreizen für Teheran. Nach einem Bericht des Wall Street Journal wird über die Freigabe von zunächst sechs Milliarden Dollar iranischer Gelder gesprochen, die in Katar eingefroren sind. Das Geld soll nur für humanitäre Zwecke genutzt werden dürfen, etwa für Lebensmittel, Medikamente und medizinische Ausrüstung.

Damit laufen zwei Prozesse parallel: militärischer Druck im Libanon und diplomatische Verhandlungen in der Schweiz. Die USA wollen den Iran-Deal retten und zugleich eine Ausweitung der Kämpfe verhindern. Der Iran versucht, die Libanon-Front in die Verhandlungen hineinzuziehen. Israel wiederum will seine Handlungsfreiheit gegen die Hisbollah nicht aufgeben.

Ob die Gespräche in der Schweiz beginnen, wird sich in den kommenden Stunden zeigen.

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