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03 Jun 2026

Israel-Boykott erreicht den Supermarkt: Wie ein Shampoo zum politischen Symbol wurde

Ein Beschluss eines bekannten Lebensmittel-Kollektivs in Brooklyn sorgt für Diskussionen weit über New York hinaus. Die Park Slope Food Coop, einer der größten und bekanntesten Genossenschafts-Supermärkte der USA, hat mit deutlicher Mehrheit beschlossen, israelische Produkte aus dem Sortiment zu entfernen.

Betroffen sind unter anderem Tahini, Olivenöl, Hummus, Matzen sowie Kosmetik- und Pflegeprodukte aus Israel.

Für viele israelische Unternehmen ist die Entscheidung ein Warnsignal. Besonders betroffen zeigt sich Sharona Romano-Lazar, Gründerin der Naturkosmetikmarke ECO LOVE. Ihr Unternehmen produziert biologische Haut- und Haarpflegeprodukte in Israel und vertreibt sie seit Jahren auf dem amerikanischen Markt.

Dabei geht es längst nicht nur um Shampoo oder Seife. Der Fall verdeutlicht den zunehmend polarisierten Streit über Israel in den USA. Kritiker des Boykotts werfen den Initiatoren vor, gezielt israelische Unternehmen herauszugreifen und damit ein Klima zu schaffen, das viele jüdische Amerikaner als feindselig empfinden. Unterstützer sehen die Maßnahme als legitimen politischen Protest.

Die Abstimmung fiel mit 67 Prozent Zustimmung aus. Kurz zuvor war die Satzung geändert worden, sodass für einen Boykott keine qualifizierte Mehrheit mehr notwendig war. Mehr als 7.000 Mitglieder beteiligten sich an der Online-Abstimmung.

Romano-Lazar warnt, dass der eigentliche Schaden erst noch kommen könnte. Sollte das Beispiel Schule machen und weitere Geschäfte oder Handelsketten ähnliche Entscheidungen treffen, könnten zahlreiche israelische Exporteure betroffen sein. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen hätten oft jahrelang investiert, um überhaupt Zugang zum amerikanischen Markt zu erhalten.

Die Unternehmerin betont zudem, dass in ihrem Betrieb Juden und Araber gemeinsam arbeiten. Für sie ist unverständlich, warum ein Unternehmen boykottiert wird, das sich ausdrücklich für Zusammenarbeit und friedliches Miteinander einsetzt.

Der Fall zeigt, wie stark der Gaza-Krieg und die Debatte über Israel inzwischen den amerikanischen Alltag prägen. Was früher ein politischer Streit auf Universitätsgeländen oder in Parlamenten war, erreicht nun Supermarktregale, Konsumentscheidungen und mittelständische Unternehmen. Der Konflikt wird damit zunehmend zu einer wirtschaftlichen Auseinandersetzung, mit Folgen, die weit über Brooklyn hinausreichen könnten.

Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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