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26 May 2026

Zwischen Verhandlungen und Verzögerung – warum man dem Iran nicht traut

Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran gehen weiter, doch in Jerusalem wächst die Skepsis. Beide Seiten vermeiden offene Drohungen, von einem echten Durchbruch kann jedoch keine Rede sein. Es entsteht vielmehr der Eindruck eines nervenzehrenden Machtspiels auf Zeit.

In Israel bleibt man vorsichtig. Viele glauben, dass der Iran vor allem Zeit gewinnen will. Die Führung in Teheran weiß, dass Trump keine neue große militärische Auseinandersetzung gebrauchen kann. Hohe Energiepreise, innenpolitischer Druck und die Sorge vor wirtschaftlichen Folgen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Der Iran versucht offenbar, die Gespräche möglichst lange am Leben zu halten, ohne sich bei den entscheidenden Punkten festzulegen. Die Fragen rund um Atomprogramm, ballistische Raketen und regionale Stellvertretergruppen bleiben weitgehend ungelöst.

In Jerusalem wächst die Sorge vor einem Zwischenabkommen, das wirtschaftliche Erleichterungen für den Iran bringen könnte, ohne die zentralen Sicherheitsprobleme zu lösen. In Israel würde das als strategisches Risiko gewertet werden.

Der Sicherheitskommentator Ron Ben-Yishai bringt die Stimmung auf den Punkt: Der Prozess läuft weiter, aber niemand weiß, ob daraus ein belastbares Abkommen entsteht oder nur eine weitere Phase gegenseitiger Verzögerung.

Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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