Jerusalem-Tag in Israel – Zwischen Feier, Geschichte und angespannter Stimmung
Israel begeht heute den Jerusalem-Tag, auf Hebräisch „Jom Jeruschalajim“. Der Tag erinnert an die Einnahme der Altstadt und Ost-Jerusalems im Sechstagekrieg 1967. Für viele Israelis gilt er als Symbol der Wiedervereinigung der Stadt und als historischer Wendepunkt: Juden erhielten damals erstmals seit 1948 wieder Zugang zur Klagemauer und zur Altstadt.
Besonders religiös-zionistische Gruppen feiern den Tag mit Gebeten, Veranstaltungen und dem sogenannten Flaggenmarsch durch Jerusalem. Tausende Menschen ziehen dabei mit israelischen Fahnen durch die Innenstadt bis zur Klagemauer.
Israelische Medien berichten von massiven Sicherheitsvorbereitungen in der Stadt. Hintergrund sind Befürchtungen vor Zusammenstößen rund um die Altstadt und den Tempelberg. Der Flaggenmarsch sorgt seit Jahren für Spannungen, vor allem beim Durchzug durch das muslimische Viertel.
Dazu kommt: Der Jerusalem-Tag steht diesmal unter dem Eindruck des anhaltenden Krieges und wachsender regionaler Spannungen. Viele Israelis sehen Jerusalem nicht nur als Symbol nationaler Einheit, sondern auch als Zentrum eines historischen und religiösen Konflikts, der bis heute ungelöst ist.
Während in Teilen der israelischen Gesellschaft gefeiert wird, betrachten viele Palästinenser den Tag als Erinnerung an die israelische Kontrolle über Ost-Jerusalem. Genau diese gegensätzlichen Perspektiven machen den Jerusalem-Tag jedes Jahr zu einem der emotionalsten und politisch heikelsten Daten im israelischen Kalender.
Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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