Zwischen Drohkulisse und Deeskalation: Washingtons widersprüchliche Iran-Signale
Die jüngsten Aussagen von Donald Trump haben die Unsicherheit rund um einen möglichen US-Militärschlag gegen Iran weiter vergrößert. Innerhalb weniger Tage wechselte der Ton von offenen Drohungen zu demonstrativer Erleichterung. Erst kündigte Trump Hilfe für die iranischen Protestierenden an, dann erklärte er, die Tötung von Demonstranten sei gestoppt worden, schließlich sprach er von „guten Nachrichten“ im Zusammenhang mit ausgesetzten Hinrichtungen. Für Verbündete wie Gegner bleibt unklar, ob dies echte Zurückhaltung oder bewusstes taktisches Spiel ist.
In Israel und Europa wird die neue Tonlage mit Skepsis aufgenommen. Berichte, wonach Washington einen Angriff vorerst ausschließen wolle, gelten vielerorts als mögliches Ablenkungsmanöver. Zugleich gibt es Hinweise auf interne Differenzen in der US-Administration. Während einige Berater auf eine harte Linie drängen, warnen andere vor den Risiken einer regionalen Eskalation und vor unzureichendem Schutz amerikanischer Interessen im Nahen Osten.
Parallel dazu setzt Washington auf wirtschaftlichen Druck. Neue Sanktionen gegen hochrangige iranische Funktionäre und Netzwerke zur Umgehung von Ölexportbeschränkungen sollen das Regime weiter schwächen. In Teheran selbst wirkt der Alltag nach Tagen massiver Gewalt oberflächlich wieder geordneter, doch die wirtschaftliche Not bleibt allgegenwärtig.
Ob Trumps abrupte Kurswechsel auf einen tatsächlichen Rückzug hindeuten oder lediglich Zeit gewinnen sollen, ist offen. Klar ist nur: Die Spannungen sind keineswegs gelöst, sondern haben eine neue, schwer berechenbare Phase erreicht.
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