Warum Irans Proteste das Regime vorerst nicht stürzen könnten
Die aktuellen Proteste im Iran erzeugen Aufmerksamkeit, doch sie bedeuten noch keinen Wendepunkt. Einschätzungen des israelischen Sicherheitsanalysten Ron Ben-Yishai machen deutlich, warum das Regime weiterhin fest im Sattel sitzt.
Zentral ist die innere Machtstruktur. Mit den Revolutionsgarden und den Basij-Milizen verfügt Teheran über zwei eng verzahnte Repressionsinstrumente, die Proteste kontrolliert, aber effizient eindämmen. Anders als 1979 gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich Sicherheitskräfte von der Führung lösen. Auch die reguläre Armee zeigt keinerlei Bruchlinien.
Hinzu kommt die Zersplitterung der Protestbewegung. Wirtschaftliche Not, Wut über den Währungsverfall und politische Forderungen laufen nebeneinander her. Es fehlt an gemeinsamer Führung, klaren Zielen und einer landesweiten Koordination. Genau darauf setzt das Regime, indem es ökonomische Proteste teilweise duldet, politische jedoch begrenzt unterdrückt.
Ein militärisches Eingreifen von außen gilt derzeit ebenfalls als unwahrscheinlich. Sowohl Israel als auch die USA wissen, dass ein Angriff die iranische Gesellschaft eher hinter dem Regime einen würde. Zudem wären Vergeltungsschläge gegen regionale Ziele absehbar.
Solange Iran weder offen eskaliert noch sein Atomprogramm wieder hochfährt, überwiegt Zurückhaltung. Der Machtkampf in Teheran ist real, aber noch kein Umbruch.
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