Tragischer Unfall im Norden Gazas: Zwei junge Reservisten sterben durch eigene Kampfdrohne

Die israelische Armee (IDF) hat am Freitagmorgen den Tod von zwei Reservisten bekannt gegeben, die am Donnerstagnachmittag im nördlichen Gazastreifen durch die Explosion einer armeeeigenen Drohne ums Leben kamen. Es handelt sich um Nadav Kali, 24, aus Har Halutz in Obergaliläa, und Ofek Moalem, 23, aus Jerusalem. Beide dienten im Reservebataillon 7007 der Jerusalem-Brigade (16. Brigade), einer von ihnen als Gruppenführer. Sie wurden posthum befördert. Das Unglück ereignete sich am selben Tag, an dem Ministerpräsident Netanyahu vor den Vereinten Nationen sprach.

Die zweite Drohne stürzte in den Stützpunkt

Nach ersten Ermittlungsergebnissen setzten die beiden von einem Armeeposten in der Pufferzone nahe Beit Hanun aus kleine, mit Sprengstoff bestückte Angriffsdrohnen ein, die aus der Ich-Perspektive gesteuert werden und in der Armee den Namen „Atalef“ (Fledermaus) tragen. Der Einsatz war vorab genehmigt und richtete sich gegen einen Terroristen. Die erste Drohne erreichte ihr Ziel. Die zweite stürzte kurz nach dem Start aus bislang ungeklärter Ursache innerhalb des Postens ab. Als die beiden Soldaten zu ihr gingen und sie anhoben, explodierte die Sprengladung.

Sanitäter versorgten die Schwerverletzten noch vor Ort, anschließend wurden sie per Hubschrauber in kritischem Zustand ins Barzilai-Krankenhaus in Aschkelon geflogen, wo die Ärzte ihren Tod feststellten. Der Kommandeur der 99. Division, Brigadegeneral Elad Tzuri, beschrieb die beiden als „hervorragende Soldaten“.

Drohneneinsätze vorerst gestoppt

Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um eine Drohne des regulären Typs, die im Rahmen einer genehmigten Mission eingesetzt wurde. Der Befehlshaber der Bodentruppen ordnete an, den Einsatz dieser Angriffsdrohnen für 48 Stunden auszusetzen, bis die erste Untersuchung abgeschlossen ist. Die Umstände des Unglücks werden weiter geprüft.

Kleine, vergleichsweise günstige Kampfdrohnen gehören inzwischen fest zum Einsatzalltag der Bodentruppen, in Gaza ebenso wie im Libanon. Der Vorfall zeigt, welche Gefahr von diesen Waffen auch für die eigenen Kräfte ausgehen kann, wenn ein Gerät abstürzt und seine Ladung scharf bleibt.

Abschied in Misgav

Der Regionalrat Misgav, zu dem Har Halutz gehört, sprach der Familie von Nadav Kali sein Beileid aus. Er hinterlässt seine Eltern und zwei Brüder und wird am Freitag um 13 Uhr auf dem Friedhof in Misgav beigesetzt. Einzelheiten zur Beerdigung von Ofek Moalem wurden bislang nicht bekannt gegeben.

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