Update zum Flydubai-Flug: Keine Entführung, sondern offenbar Streit im Cockpit
Der Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv, der am Mittwochmorgen wegen eines Entführungsalarms nach Saudi-Arabien umgeleitet wurde, wie berichtet, ist gegen 10 Uhr sicher in Saudi-Arabien gelandet. Nach Angaben der Fluggesellschaft steckte hinter dem Alarm keine Entführung, sondern eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Piloten, einem Ukrainer und einem Russen. Auch das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bestätigte, dass es sich nicht um eine Entführung, sondern um einen Streit zwischen den Piloten gehandelt habe.
Die Dramatik an Bord war offenbar erheblich. Laut Flugverfolgungsdaten sendete die Maschine gegen 9 Uhr zunächst den allgemeinen Notfallcode 7700 und kurz darauf den Code 7500, der international für eine Entführung oder einen rechtswidrigen Eingriff steht. Israels Luftwaffe ließ daraufhin Kampfjets aufsteigen. Etwa eine halbe Stunde später brach nach israelischen Medienberichten der Kontakt ab, die Maschine verschwand vom Radar. Zu diesem Zeitpunkt war sie nur rund 36 Minuten von der Landung am Flughafen Ben Gurion entfernt.
„Wir waren sicher, dass es das Ende ist“
Eine Passagierin schilderte im israelischen Fernsehen die Minuten an Bord: „Es gab Momente, in denen wir sicher waren, dass es das Ende ist. Wir hörten Schreie und Kreischen, dann sahen wir, wie das Cockpit geöffnet wurde und dort Blut war.“ Nach ihrer Darstellung habe ein Mann an Bord den Piloten mit einem Taschenmesser verletzt, israelische Passagiere und Crewmitglieder hätten sich daraufhin auf ihn gestürzt und ihn überwältigt. Ob damit der zweite Pilot gemeint war, ist unklar. „Während des ganzen Vorfalls haben wir gebetet und ‚Schma Israel‘ gesagt. Erst nach der Notlandung haben wir wirklich verstanden, was wir erlebt haben.“ Einige Passagiere hätten Blut an der Kleidung gehabt.
Auch Angehörige erlebten bange Minuten. Ofir Spiegel, dessen Mutter an Bord war, sagte: „Es waren sehr angespannte Minuten, niemand hat mit uns gesprochen.“ Nun sei er froh über die sichere Landung, seine Mutter kehre nach zwei Wochen Reise heim. Die Familien warten jetzt auf Informationen, wann die Passagiere nach Israel zurückkehren können.
Wie genau es zu der Gewalt im Cockpit kam und wer verletzt wurde, ist bislang nicht offiziell bestätigt.
Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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