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25 Feb 2026

Iran: Letzte Chance für Diplomatie?

In seiner bislang längsten Rede zur Lage der Nation zeichnete US-Präsident Donald Trump ein düsteres Bild vom Iran. Kurz zuvor waren führende Abgeordnete nach einem geheimen Briefing mit Außenminister Marco Rubio und CIA-Direktor John Ratcliffe mit der Warnung an die Öffentlichkeit getreten, die Lage im Nahen Osten sei „äußerst ernst“.

Trump nannte drei Gründe, die einen Militärschlag rechtfertigen könnten: das gewaltsame Vorgehen des Regimes gegen Zehntausende Demonstranten, die Entwicklung weitreichender Raketen und die Weigerung Teherans, eindeutig auf Atomwaffen zu verzichten. Bemerkenswert ist: Nur Stunden vor der Rede hatte Irans Außenminister Abbas Araghchi erneut erklärt, sein Land strebe keine Nuklearwaffen an.

In Teheran lösten Trumps Worte scharfe Reaktionen aus. Regimenahe Stimmen verglichen seine Ansprache mit einer „Goebbels-Rede“ – ein propagandistischer Versuch, die Öffentlichkeit auf Krieg einzustimmen.

Gleichzeitig warnen hochrangige US-Generäle vor unkalkulierbaren Folgen. Ein begrenzter „Blitzschlag“, den Trump offenbar bevorzugt, könne rasch in eine längere Eskalation münden. Auch arabische Diplomaten mahnen, Washington könne sich in einen Konflikt verstricken, den es nicht kontrollieren könne.

Bleibt die Frage: War die Rede ein letztes diplomatisches Signal an Teheran – oder die Vorbereitung der Amerikaner auf militärische Realität? Die kommenden Tage dürften Klarheit bringen.

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