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23 Feb 2026

Iran-Gespräche unter Zeitdruck – Trump offenbar zu gezieltem Schlag bereit

Die Uhr für eine diplomatische Lösung im Atomstreit mit Iran tickt. Nach Angaben von Gesprächspartnern aus dem Umfeld von Präsident Donald Trump verdichtet sich in Washington der Eindruck, dass er zu einem militärischen Schritt neigt. Als zusätzlicher Faktor gilt ein vereitelter iranischer Anschlagsplan gegen Trump, den das US-Justizministerium bereits 2024 öffentlich machte. Der Präsident habe das, so heißt es, nicht vergessen.

Zunächst könnte es zu einem begrenzten, gezielten Schlag kommen, ähnlich der „Midnight Hammer“-Operation im vergangenen Jahr. Ziel wäre es, Teheran unter maximalen Druck zu setzen und doch noch zu Zugeständnissen zu bewegen. Scheitert dieser Ansatz, soll laut US-Quellen eine längere Abnutzungskampagne folgen. Militärberater hätten Trump davon überzeugt, dass ein schneller Regimewechsel unrealistisch sei. Stattdessen setze man auf systematische Schwächung und die Hoffnung auf innere Unruhen.

Allerdings gibt es offenbar auch Vorbehalte im militärischen Establishment. Hochrangige Generäle sollen vor den unkalkulierbaren Folgen einer Eskalation gewarnt und Zweifel an klar definierten Endzielen geäußert haben. Parallel wächst der außenpolitische Druck: Katar und die Türkei drängen auf Zurückhaltung, ebenso Stimmen im inneren Zirkel des Präsidenten, die weiter auf Diplomatie setzen.

In Genf ist ein weiteres Treffen als letzte Chance angesetzt. Israel bereitet sich unterdessen auf alle Szenarien vor. In Jerusalem geht man davon aus, dass Washington einen möglichen Schlag nicht ohne Vorwarnung durchführen würde – und dass Israel womöglich eingebunden wird. Die strategischen Weichen könnten in den kommenden Tagen gestellt werden.

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