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10 Feb 2026

Iran: Atomgespräche dienten nur dem Test der US-Ernsthaftigkeit

Nach iranischer Darstellung haben die jüngsten Gespräche mit den Vereinigten Staaten in Oman vor allem einem Zweck gedient: der Prüfung, wie ernst es Washington mit weiteren Verhandlungen meint. Außenamtssprecher Esmail Baghaei sagte, das Treffen habe trotz tiefen Misstrauens genügend Verständnis geschaffen, um den diplomatischen Prozess fortzusetzen. Es sei kein inhaltlich vertiefendes Gespräch gewesen, sondern ein politischer Testlauf.

Außenminister Abbas Araghchi machte zugleich unmissverständlich klar, dass Iran nicht bereit ist, die Urananreicherung vollständig einzustellen. Gespräche könnten nur auf der Grundlage fortgesetzter Anreicherung stattfinden, begleitet von Garantien für eine ausschließlich zivile Nutzung. Raketenprogramme und regionale Stellvertreter seien ausdrücklich nicht Teil der Agenda.

Die Regierung von Donald Trump erwartet nach eigenen Angaben beim nächsten Treffen „substanziellere Vorschläge“ aus Teheran. Trump kündigte bereits eine weitere Gesprächsrunde an und warnte zugleich vor „sehr ernsten Konsequenzen“, sollte kein Abkommen zustande kommen.

In Jerusalem werden diese Signale mit Sorge verfolgt. Die Befürchtung: Ein begrenzter Deal, der sich allein auf das Nukleardossier konzentriert, könnte Irans strategische Fähigkeiten unangetastet lassen und den regionalen Druck auf Israel langfristig erhöhen.

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