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08 Aug 2026

„Er sucht einen Ausweg“: Amerikas höchster General bremst Trumps Iran-Kurs

Im sechsten Kriegsmonat kommt der Widerspruch aus einer unerwarteten Richtung. General Dan Caine, Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs und damit oberster militärischer Berater des Präsidenten, hat hochrangigen Beratern in vertraulichen Gesprächen deutlich gemacht, dass die USA einen Ausweg aus dem Krieg mit dem Iran finden müssen. Die zur Eskalation verfügbaren militärischen Optionen könnten das Gegenteil bewirken, und Luftmacht allein werde die erklärten Kriegsziele Trumps nicht erreichen. Das berichtet CNN unter Berufung auf drei mit der Sache vertraute Quellen. Eine davon formulierte es knapp: „Caine sucht einen Ausweg.“

Zu den erklärten Zielen gehören die Zerschlagung des iranischen Nuklearprogramms und die Wiederherstellung des freien Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus, wie er vor Kriegsbeginn am 28. Februar bestand.

Wer noch so denkt

Caine steht mit seiner Einschätzung nicht allein. Nach Angaben zweier Quellen hat er seine Bedenken und die Frage eines Ausstiegs mit weiteren Kabinettsmitgliedern erörtert: mit CIA-Direktor John Ratcliffe, Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance. Der General suchte gezielt das Gespräch mit gleichgesinnten Beratern, um die Ressorts abzustimmen und sicherzustellen, dass alle vor Treffen mit dem Präsidenten dieselbe Botschaft vertreten. Ziel war es, die Grenzen und Fallstricke der militärischen Optionen offenzulegen, auch jener, die ohne amerikanische Bodentruppen auskommen.

Eine Quelle ordnet Caines Vorgehen so ein: „Ich glaube, das ist einfach seine Art, das Militär zu schützen.“

Der Punkt, der Israel betrifft

Aufhorchen lässt die Darstellung dessen, was Ende Juli geschah, als Trump mit voller Wucht zurückschlagen wollte. Caine und andere in der Regierung fürchteten die Folgen einer Eskalation. Eine Quelle wollte über operative Details nicht sprechen, sagte aber: „Die Einzigen, die für die Operation waren, waren Teile des Zentralkommandos.“ Dieselbe Quelle gab an, auch Israel habe die Eskalation grundsätzlich unterstützt. Eine Bestätigung aus Jerusalem liegt dazu nicht vor.

Trump sagte die Angriffe schließlich ab, nach eigenen Worten nach Gesprächen mit Führern im Nahen Osten, die iranische Vergeltung gegen ihre Energieinfrastruktur fürchteten. Ein hochrangiger Regierungsvertreter betonte gegenüber CNN allerdings, künftige Angriffe seien nicht vom Tisch.

Munition, und ein Präsident, der sich ärgert

Ein zweiter Faktor spielte in die Entscheidung hinein, über den wir berichtet haben: die schwindenden Munitionsbestände. Caine sprach das Thema in mindestens zwei Treffen mit Trump an. Nach CNN-Angaben ärgert sich der Präsident weniger über den Mangel selbst als darüber, dass er öffentlich wurde, und ließ diesem Ärger vergangene Woche bei der Kabinettssitzung in Camp David freien Lauf. Auch Vertreter der Golfstaaten hatten das Thema angesprochen, aus Sorge, iranische Angriffe im Fall einer Eskalation mangels moderner Luftabwehr nicht abwehren zu können.

Auffällig ist, wie vorsichtig Caine dabei vorgeht. Ihm ist an einem guten Verhältnis zum Präsidenten gelegen, entsprechend behutsam trägt er seine Einwände vor. Zeitweise sorgte er dafür, ein Büro im Weißen Haus zu bekommen, um Trump regelmäßig unterrichten zu können. Und im selben Kabinettsgespräch, in dem er die Nachteile einer Eskalation benannte, versicherte er dem Präsidenten auch: Sollte dieser die geplanten Operationen fortsetzen wollen, „können wir sie absolut zerlegen“. Unter vier Augen, so eine dritte Quelle, wird er deutlicher und wiederholt, Bombardierung allein werde die erklärten Ziele nicht erreichen.

Caines Sprecher wollte sich zu vertraulichen Gesprächen nicht äußern, das Weiße Haus und das Außenministerium lehnten eine Stellungnahme ab.

Zum Kriegsbeginn kursierten Berichte, Caine habe Trump vor den Folgen eines Krieges mit dem Iran gewarnt. Der Präsident wies das damals zurück und erklärte, sein General halte einen Sieg für das amerikanische Militär für „leicht“. Sechs Monate später sagt derselbe General hinter verschlossenen Türen, es gebe keine leichte militärische Lösung.

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