Feuergefecht bei Hebron — Soldaten stoppen Terroristen auf dem Weg zum Großanschlag
Zwei Terroristen aus Hebron haben am Freitagmorgen einen Kontrollpunkt der IDF am Stadtausgang angegriffen und fünf Israelis verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich. Die Armee geht davon aus, dass die Männer einen Großanschlag auf Zivilisten an der Route 35 geplant hätten. Soldaten töteten beide nach einem Feuergefecht von mehr als 20 Minuten.
Angriff aus der Deckung
Die Täter erreichten den provisorischen Kontrollpunkt an der Judäa-Kreuzung gegen 7.30 Uhr mit dem Auto. Soldaten des Bataillons „Ari“ (775) des Heimatfrontkommandos überprüften dort Fahrzeuge, die Hebron verließen. Laut vorläufiger Untersuchung hätten die Männer erkannt, dass sie nicht auf die Fernstraße durchkämen. Sie stiegen in einer Seitenstraße aus und eröffneten aus der Deckung von Häusern das Feuer, bewaffnet mit einem M16-Sturmgewehr und einer Pistole.
Aufnahmen vom Tatort zeigen, wie ein Sanitäter Soldaten hinter einen gepanzerten Krankenwagen ruft. Minutenlang kamen die Helfer nicht an die Verwundeten heran. Den Ausschlag gaben der stellvertretende Kommandeur des Ari-Bataillons, ein Kompaniechef und ein Offizier der Fallschirmjäger, der in der Nähe stationiert war. Sie umgingen die Schützen und töteten sie.
Magen David Adom versorgte zwei Schwerstverletzte am Tatort. Zwei Männer kamen in mittelschwerem Zustand ins Jerusalemer Shaare-Zedek-Krankenhaus, ein Leichtverletzter ins Hadassah Ein Kerem.
Munition für einen Großanschlag
Im Wagen der Täter fand die Armee eine große Menge Munition. Generalstabschef Eyal Zamir sprach von einem schweren Anschlag. Das schnelle Eingreifen der Soldaten habe Schlimmeres für Zivilisten und Sicherheitskräfte verhindert. Eine konkrete Warnung habe es nicht gegeben.
Laut ynet standen beide Täter der Hamas nahe. Die Times of Israel berichtet, es handle sich um zwei 27-Jährige aus derselben Familie. IDF und Schin Bet prüfen, ob eine Terrororganisation den Anschlag gesteuert und finanziert hat. Soldaten sind an den Häusern der Täter im Einsatz, die die Armee abreißen will.
Hebron abgeriegelt
Ministerpräsident Netanyahu beriet sich mit Verteidigungsminister Israel Katz, Zamir und Schin-Bet-Chef David Zini. Er ordnete die sofortige Abriegelung Hebrons an und ließ eine vollständige Schließung von ganz Judäa und Samaria vorbereiten. Israel werde Hamas-Terroristen und ihre Auftraggeber überall und jederzeit verfolgen. Zamir genehmigte zusätzliche Festnahmen und ließ die Verlegung weiterer Truppen ins Zentralkommando vorbereiten.
Anschlag im Wahlkampffinale
Der Angriff trifft Israel vier Tage vor der Knessetwahl am 27. Oktober. Die IDF hatte ihre Kräfte in Judäa und Samaria mit einer zusätzlichen Brigade verstärkt und ab Donnerstag eine Urlaubssperre für alle Einheiten verhängt. Netanyahu sagte alle Likud-Termine für Freitag ab.
Itamar Ben-Gvir, Minister für Nationale Sicherheit, forderte, die Palästinensische Autonomiebehörde aufzulösen und zu entwaffnen. Israel dürfe nicht auf einen 7. Oktober in Judäa und Samaria warten. Hinweise auf eine Beteiligung der Autonomiebehörde gibt es laut Times of Israel nicht. Gadi Eisenkot, Netanyahus wichtigster Herausforderer, lobte die Soldaten für ihr Eingreifen.
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