Geschlossener Grenzübergang, zusätzliche Truppen: Israel rüstet sich für Jom Kippur

Die israelische Armee (IDF) verstärkt ihre Kräfte in allen Regionalkommandos und weitet ihre Sicherheitsoperationen in Judäa und Samaria aus, im Vorfeld von Jom Kippur und Sukkot sowie angesichts der zu dieser Zeit erwarteten höheren Besucherzahlen im Land. Generalstabschef Eyal Zamir ordnete zusätzliche Truppen für das Nord-, Zentral- und Südkommando an, eine erhöhte Alarmstufe sowie einsatzbereite Reservekräfte, die bei Bedarf mobilisiert werden können.

Jedem der drei Regionalkommandos wurden eigene Verstärkungskompanien zugeteilt, während der gesamten Feiertage bleibt zudem in jedem Sektor ein hochrangiger Kommandeur präsent. Auch beim Heimatfrontkommando ist ein Generalmajor durchgehend im Hauptquartier im Dienst, in jedem Bezirk zusätzlich ein Bezirkskommandeur, normalerweise im Rang eines Obersten. Der Grenzübergang Kerem Shalom zum Gazastreifen bleibt am Sonntag und Montag wegen Jom Kippur geschlossen.

Die Luftwaffe hält im Rahmen der erhöhten Bereitschaft bewaffnete Flugzeuge in Bereitschaft, die Marine verstärkt die Präsenz ihrer Raketenschiffe entlang der Landesgrenzen. Zusätzliche Reservekompanien stehen für einen möglichen Einsatz in den Regionalkommandos bereit, auch Kräfte auf Ebene des Generalstabs wurden in Alarmbereitschaft versetzt und festen Sektoren zugewiesen.

Bereits bei einer Lagebeurteilung Ende August hatte Zamir erklärt: „Vor uns liegen viele Herausforderungen. Wir treiben operative Verfahren an allen Fronten voran, vom Iran über den Libanon bis Gaza, und bleiben angesichts der sensiblen Mehrfrontenlage in höchster Alarmbereitschaft.“ Angesichts der Spannungen in Judäa und Samaria und der bevorstehenden Feiertage ordnete er zudem die erhöhte Bereitschaft eines zusätzlichen Divisionsstabs an, um die Kräfte in der Region zu verstärken.

Großangelegte Operation in Judäa und Samaria

Parallel dazu führt die Nahal-Brigade nach Armeeangaben eine gezielte, groß angelegte Operation zur Bekämpfung des Terrorismus in der gesamten Region durch, die Truppen operieren dabei unter den Regionalbrigaden Judäa, Menashe, Ephraim und Samaria. Im Zuge der Operation wurden bislang rund 930 Verdächtige vor Ort befragt und etwa 230 gesuchte Personen festgenommen. Die Truppen durchsuchten nach Armeeangaben mehr als 1.200 Objekte, darunter eine Werkstatt zur Herstellung von Sprengvorrichtungen, und beschlagnahmten mehr als 100 Waffen, darunter M16-Gewehre, Maschinenpistolen und Handfeuerwaffen sowie Magazine und größere Mengen Munition.

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