859 Millionen für den Norden: Wohnungen für Lehrer, neue Ortschaften, Schutz vor Feuer
Es ist die umfangreichste Investition, die der Jüdische Nationalfonds KKL je für den Norden Israels beschlossen hat. Das Direktorium billigte am 4. August ein Paket strategischer Entscheidungen im Umfang von rund 859 Millionen Schekel, umgerechnet gut 200 Millionen Euro. Verteilt über drei Jahre.
Aufschlussreich ist der Zuschnitt. Das Programm behandelt den gesamten Norden als eine Einheit: vom unteren Galiläa und den Tälern über das Umland des Sees Genezareth, das Herz Galiläas und die gemischten Städte bis zu den Ortschaften an der Konfrontationslinie zum Libanon. Investiert wird in Infrastruktur, Umwelt, Besiedlung, Wohnraum, Bildung und Kultur.
Was konkret beschlossen wurde
Die größte Einzelposition sind 362 Millionen Schekel als direkte Unterstützung für die Kommunen im Norden, für Infrastrukturprojekte und die Gestaltung des öffentlichen Raums.
150 Millionen fließen in den Ankauf von Wohnungen, die zu verbilligten Mieten an Lehrerinnen und Lehrer sowie an pädagogische Gemeinschaften vergeben werden. Das Ziel ist doppelt: junge Familien in den Norden holen und das Bildungssystem stärken.
120 Millionen entfallen auf das Programm „Gemeinschaft baut Heimat“, das Siedlungsgruppen mit gemeinschaftlichem Auftrag in Galiläa und im Norden fördert. Davon gehen 30 Millionen nach Kirjat Schmona, 30 Millionen an die Ortschaften unmittelbar am Grenzzaun und auf dem Golan, 60 Millionen an die Besiedlung der nördlichen Berge. Das erklärte Ziel: 1.200 neue Einwohner binnen drei Jahren.
100 Millionen erweitern das Wohnungskaufprogramm in den nördlichen Städten, mit besonderem Gewicht auf den gemischten Städten Nof HaGalil, Karmiel und Akko.
76 Millionen finanzieren vier neue KKL-Häuser in Nahariya, Afula, Karmiel und Tiberias, Bildungszentren für Jugendliche, die schulische Leistungen fördern und Chancengleichheit schaffen sollen.
32,5 Millionen gehen an zwölf Ortschaften in null bis zwei Kilometern Entfernung zum Grenzzaun, die bislang keine direkte KKL-Unterstützung erhalten hatten.
Dazu kommen 11 Millionen für die Fertigstellung von Schibolet im unteren Galiläa, das als eigenständiges Gemeinschaftsmodell entsteht, 5 Millionen für Kfar Vradim, das erstmals zu den Orten der nördlichen Konfrontationslinie gezählt wird, rund 5 Millionen jährlich für Kulturveranstaltungen und 2,5 Millionen für die Vollendung des Brandschutzsystems im Kibbuz Chanita.
Wohin das Geld sonst noch fließt
Rechnet man dieselben Mittel nach Orten statt nach Zwecken, ergibt sich ein zweites Bild. Den Schwerpunkt bildet Nof HaGalil mit rund 120 Millionen, gefolgt von Karmiel mit 60 Millionen, Akko mit 40 Millionen und dem Regionalrat Misgav mit 25 Millionen für strategische Projekte. Chatzor und Rosch Pina, die bei den Regierungsbeschlüssen für den Norden leer ausgingen, erhalten gemeinsam 25 Millionen.
Bei den KKL-Häusern gilt künftig ein klares Prinzip: Jede Stadt in Galiläa mit über 25.000 Einwohnern soll eines bekommen, sofern sie in der sozioökonomischen Rangliste des Statistikamts zwischen eins und sechs liegt. Die Skala reicht von eins bis zehn, wobei eins die schwächste Stufe bezeichnet.
Was vorausging
Der Beschluss setzt fort, was der KKL unter seinem Vorsitzenden Eyal Ostrinsky seit Jahresbeginn begonnen hat. Dazu gehören der Wiederaufbau des Kibbuz Menara und elf weiterer als „rot“ eingestufter Ortschaften am Grenzzaun, von Misgav Am und Margaliot bis Admit und Chanita, die Erneuerung des Amphitheaters in Lochamei HaGetaot und der Kauf von 120 Wohnungen für Siedlungsgruppen in Kirjat Schmona.
Hinzu kam die Arbeit während der Kämpfe: Erholungsaufenthalte für 20.000 Bewohnerinnen und Bewohner in Hotels, rund 270 mobile Schutzräume in Ortschaften und landwirtschaftlichen Flächen, ein Sederabend in den Schutzräumen von Kirjat Schmona und Schlomi. Parallel unterstützt der KKL die Orte an der Konfrontationslinie im Rahmen des Regierungsbeschlusses mit 500 Millionen Schekel.
„Der größte zionistische Verwirklichungsraum dieser Stunde“
KKL-Vorsitzender Eyal Ostrinsky ordnete die Entscheidung so ein: „Heute hat das Direktorium eine der bedeutendsten Entscheidungen in der Geschichte der Organisation für den Norden getroffen. Das ist ein Vorgang ohne Beispiel in seinem Umfang und in seiner Breite, der den gesamten Norden als zentrales Ziel des KKL in diesem und in den kommenden Jahren sieht.“
Und weiter: „Mit einer Investition von rund 859 Millionen Schekel legen wir eine breite nationale Auffassung vor, die den gesamten Norden, die Täler, das untere Galiläa, das Herz Galiläas, den Golan und die nördliche Konfrontationslinie, als den größten zionistischen Verwirklichungsraum dieser Stunde begreift. Neben den Werten bringen wir die Mittel, um daraus den großen zionistischen Erfolg zu machen, der er sein kann.“
Der KKL sei für die nördliche Konfrontationslinie und den Golan im Krieg und im Notstand da gewesen, beim Wiederaufbau und bei der strategischen Entwicklung. „Jetzt weiten wir das Feld auf alle Räume des Nordens aus, mit derselben Kraft und derselben Verpflichtung.“
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