Italienische Soldaten im Südlibanon? Rom-Gespräche bringen überraschenden Vorschlag hervor
Die sechste Verhandlungsrunde zwischen Israel und dem Libanon ist am Mittwoch in Rom zu Ende gegangen, und sie brachte eine unerwartete Idee auf den Tisch: Italienische Soldaten könnten künftig in den Gebieten des Südlibanon überwachen, ob nach dem Abzug der IDF tatsächlich Waffen und Hisbollah-Terroristen aus der Zone verschwinden.
Der Vorschlag der Vermittler entstand aus einer Sackgasse. Ursprünglich stand die UN-Truppe UNIFIL als Kontrollinstanz im Raum, doch Israel und die USA lehnten das kategorisch ab. Die Skepsis hat Gründe: In israelischen Augen hat UNIFIL über Jahre zugesehen, wie die Hisbollah den Süden aufrüstete. Der Libanon wiederum will, dass seine eigene Armee sowohl das Gebiet als auch die Kontrolle übernimmt. Der „italienische Vorschlag“ liegt dazwischen und wird nach Angaben von Sicherheitskreisen von beiden Seiten geprüft. Eine Randnotiz mit Gewicht: Gastgeber Italien stellt traditionell eines der größten UNIFIL-Kontingente, nun könnte es in neuer Rolle gefragt sein.
Zwei Pilotzonen als Testlauf
Grundlage der Gespräche ist das Ende Juni in Washington unterzeichnete Rahmenabkommen. Sein Kernmechanismus: Die libanesische Armee übernimmt schrittweise die Sicherheitsverantwortung in „Pilotzonen“, aus denen sich die IDF zurückzieht, kontrolliert und verifiziert, Zone für Zone. Die ersten beiden Gebiete sind zwischen den Armeen vereinbart. In der gemeinsamen Erklärung von Israel, Libanon und den USA heißt es, man habe sich in Rom auf Struktur und Prinzipien des Verfahrens geeinigt, die letzten Details sollen in den kommenden Tagen folgen. Die Gespräche seien „produktiv und positiv“ verlaufen. Beiden Seiten ist klar, dass der Gesamtprozess Zeit braucht: Beirut will die staatliche Souveränität im Süden zurück, ohne innere Instabilität zu riskieren. Israel besteht auf überprüfbaren Garantien, dass geräumte Gebiete nicht an die Hisbollah zurückfallen.
Die Lage am Boden
Bis dahin hält die IDF weite Teile des Südlibanon. Sie kontrolliert den Beaufort-Kamm, die 36. Division räumt unterirdische Terror-Infrastruktur, die 91. Division sichert das Gelände im Raum Bint Jbeil und im Westsektor. Nach Armeeangaben halten sich in den kontrollierten Gebieten noch vereinzelte Hisbollah-Zellen auf, Kämpfer, die wegen der IDF-Präsenz nicht entkommen konnten oder sich zurückschlichen, etwa am Ali-Taher-Kamm. Die Botschaft der Armee ist unmissverständlich: Diese Terroristen ergeben sich, oder sie werden ausgeschaltet.
Ob aus dem Rahmenwerk Wirklichkeit wird, entscheidet sich in den ersten Pilotzonen. Gelingt der Testlauf, hätte der Norden Israels erstmals seit Jahren eine Perspektive jenseits der Waffen. Scheitert er, weiß man wenigstens früh, woran.
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