Israels Zentralbank vor neuer Zinssenkung: Entlastung oder Risiko?
Die Bank of Israel steht vor ihrer nächsten Zinsentscheidung. Viele Ökonomen erwarten, dass die Zentralbank den Leitzins am Montag erneut um 0,25 Prozentpunkte senkt. Damit würde der Zinssatz von derzeit 3,75 auf 3,5 Prozent fallen. Der Prime-Zins, der für viele Kredite und Hypotheken in Israel entscheidend ist, sänke entsprechend.
Für Haushalte und Unternehmen wäre das eine spürbare Entlastung. Variable Hypotheken verbilligen sich mit jedem Zinsschritt, Firmenkredite kosten weniger, Investitionen lassen sich leichter finanzieren. Gerade kleine und mittlere Unternehmen drängen deshalb auf eine schnelle Senkung. Einige Wirtschaftsvertreter fordern einen größeren Schritt um 0,5 Prozentpunkte.
Die Argumente für eine Zinssenkung sind klar: Die Inflation liegt mit 1,9 Prozent wieder innerhalb des Zielkorridors von 1 bis 3 Prozent. Zugleich hat sich das Wirtschaftswachstum abgeschwächt. Der Internationale Währungsfonds senkte zuletzt seine Prognose für Israel und verwies auf die anhaltenden regionalen Spannungen. Auch der Rückgang der Ölpreise nach der Feuerpause mit dem Iran könnte den Preisdruck dämpfen.
Doch die Notenbank muss vorsichtig bleiben. Ein schwächerer Schekel könnte Importe verteuern und neue Inflation auslösen. Hinzu kommen politische Risiken vor der Wahl, besonders die Sorge vor zusätzlichen Ausgaben und einem höheren Defizit. Auch die Sicherheitslage bleibt unsicher.
Gouverneur Amir Yaron steht damit vor einer heiklen Abwägung: Senkt er den Zins, unterstützt er Wachstum und Kreditnehmer. Wartet er ab, schützt er die Preisstabilität. Die Entscheidung am Montag wird zeigen, wie viel Vertrauen die Bank of Israel in die wirtschaftliche Beruhigung Israels hat.
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