Rubio dämpft Erwartungen – Washington setzt auf Gespräche mit dem Iran, hält sich aber andere Schritte offen
Marco Rubio hat deutlich gemacht, dass Washington zwar auf Verhandlungen mit dem Iran setzt, gleichzeitig aber andere Optionen vorbereitet. Nach Wochen widersprüchlicher Signale aus dem Weißen Haus versucht die US-Regierung, Zeit zu gewinnen, ohne den Druck auf Teheran zu verringern.
Rubio erklärte in Indien, die USA wollten der Diplomatie „jede Chance“ geben. Sollte es keine tragfähige Vereinbarung geben, werde man „einen anderen Weg“ finden. Damit bestätigt sich der Eindruck, dass die Gespräche feststecken, trotz aller öffentlicher Erfolgsmeldungen.
Es geht weiterhin um dieselben Kernfragen: die Öffnung der Straße von Hormus, Irans hochangereichertes Uran sowie Teherans Forderung nach Sanktionserleichterungen und der Freigabe eingefrorener Milliardenbeträge. Amerikanische Regierungsvertreter berichten von „Fortschritten“, doch selbst in Washington scheint niemand von einem schnellen Durchbruch überzeugt.
Aufschlussreich ist der Ton aus dem Weißen Haus. Trump hatte seine Unterhändler angewiesen, ein mögliches Abkommen nicht überstürzt abzuschließen. Das zeigt, wie groß die Sorge vor einem schwachen Deal ist. Rubio betonte zudem, der Iran dürfe niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen.
Nach iranischen Medienberichten arbeitet Teheran an einer Absichtserklärung mit den USA. Auch dort klingt man vorsichtig. Besonders bei der Frage des angereicherten Urans gibt es bislang nur eine grundsätzliche Zustimmung, aber keine Einigung darüber, wie der Iran seine Bestände reduzieren oder abgeben soll.
In Israel verfolgt man die Entwicklung skeptisch. Die Sorge bleibt, dass wirtschaftliche Zugeständnisse gemacht werden könnten, bevor die entscheidenden Fragen rund um Atomprogramm, Raketen und regionale Stellvertretergruppen gelöst sind.
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