Iran-Krieg stärkt Hamas statt sie zu schwächen
Während Washington hoffte, der Krieg gegen Iran würde Hamas isolieren und zur Entwaffnung zwingen, zeichnet sich ein anderes Bild ab. Nach Angaben mehrerer diplomatischer Quellen verhärtet Hamas ihre Position und zeigt sich deutlich weniger kompromissbereit als noch zu Beginn der Verhandlungen über die Zukunft des Gazastreifens.
Hintergrund ist ein internationaler Plan zum Wiederaufbau Gazas. Staaten aus dem Golfraum hatten Milliardenhilfen zugesagt, allerdings unter der Bedingung, dass Hamas ihre Waffen abgibt und ihre militärische Macht verliert. Die USA gingen offenbar davon aus, dass ein geschwächter Iran seine Verbündeten nicht mehr ausreichend unterstützen könne.
Doch genau diese Einschätzung bestätigt sich bislang nicht. Hamas beobachtet nach Einschätzung arabischer Diplomaten, dass Teheran trotz massiver Angriffe weder militärisch noch politisch zusammengebrochen ist. Stattdessen zieht Iran die Verhandlungen in die Länge und verweigert zentrale Zugeständnisse beim Atomprogramm. Hamas übernimmt nun offenbar dieselbe Strategie.
Die Terrororganisation verzögert bewusst Gespräche über ihre Entwaffnung und verweist auf interne Führungswahlen, bevor weitere Entscheidungen getroffen würden. Gleichzeitig berichten internationale Vermittler, dass Hamas ihre Kontrolle im Gazastreifen sogar weiter festigt.
In israelischen Sicherheitskreisen wird das mit Sorge verfolgt. Während die internationale Aufmerksamkeit auf Iran und die Straße von Hormus gerichtet bleibt, nutzt Hamas die Zeit, um Strukturen zu stabilisieren und neue Kräfte zu mobilisieren. Der Krieg gegen Iran hat bislang das Gegenteil von dem erreicht, was Washington erhofft hatte.
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