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08 Feb 2026

Die Gespräche mit Iran beginnen erst jetzt – und genau das beunruhigt Israel

Die jüngsten indirekten Gespräche zwischen den USA und Iran in Oman waren vor allem ein diplomatischer Auftakt. Inhaltlich wurde wenig verhandelt, vielmehr bekräftigten beide Seiten ihre bekannten Positionen. Teheran beharrt darauf, ausschließlich über das Atomprogramm zu sprechen. In Washington deutet sich an, dass Präsident Donald Trump bereit ist, sich auf genau diesen engen Rahmen einzulassen. Für Jerusalem ist das ein Warnsignal.

Ein schmaler Deal mit politischem Nutzen

US-Medien wie die New York Times und Nachrichtenportale in Israel zeichnen ein ähnliches Bild: In Washington wächst die Bereitschaft für ein begrenztes Abkommen, das Trump als außenpolitischen Erfolg verkaufen kann. Ein solcher Deal würde sich auf nukleare Zusagen konzentrieren, ohne Irans Raketenprogramm oder dessen regionale Stellvertreter anzutasten. Genau das wäre aus israelischer Sicht hochproblematisch. Ein Abkommen, das nur den nuklearen Teil einfriert, ließe Teherans militärische Fähigkeiten weitgehend unangetastet und könnte zugleich das amerikanische Engagement in der Region reduzieren.

Netanyahu sucht Einfluss in Washington

Vor diesem Hintergrund eilt Benjamin Netanyahu nach Washington. Laut Ynet und Jerusalem Post will der Premierminister deutlich machen, dass ein reiner Atom-Deal Israels Sicherheitsinteressen nicht genügt. Jerusalem fürchtet, dass die eigentlichen Verhandlungen nun beginnen – und dass sie in eine Richtung laufen könnten, die Iran strategisch stärkt. Während Diplomatie voranschreitet, bleibt die militärische Eskalation real. Für Israel steht daher viel auf dem Spiel: Einfluss auf den Prozess, bevor sich die Linien verhärten.

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