Zwischen Aufmarsch und Abwarten: Warum ein US-Schlag gegen Iran weiter möglich bleibt
In Jerusalem geht man davon aus, dass eine amerikanische Militäraktion gegen Iran weiterhin auf dem Tisch liegt. Der Eindruck ist weniger ein Zurückrudern als ein gezieltes Warten auf den richtigen Moment. In Washington wird derzeit militärische Präsenz aufgebaut. See- und Luftstreitkräfte werden schrittweise in die Region verlegt, weitere Einheiten sollen folgen. Das deutet auf Vorbereitung hin, nicht auf Verzicht.
Aus israelischer Sicht ist klar: Ein Sturz des Regimes wäre kein schneller Schlag, sondern ein Prozess, der Zeit, Kräfte und eine Strategie für den Tag danach erfordert. Entsprechend vorsichtig fällt die Bewertung aus. Die israelischen Streitkräfte betonen ihre volle Einsatzbereitschaft, defensiv wie offensiv. Einschränkungen durch die Luftverteidigung gelten dabei ausdrücklich nicht als limitierender Faktor.
Ein zentraler Unsicherheitsfaktor bleibt die Lage im Iran selbst. Trotz zuletzt geringerer Intensität der Proteste wird davon ausgegangen, dass die Gewalt bereits tausende Todesopfer gefordert hat und jederzeit erneut aufflammen kann. Genau diese Dynamik beeinflusst auch die amerikanische Entscheidungsfindung.
Parallel läuft die enge Abstimmung zwischen Israel und den USA weiter. Militärische Spitzen beider Seiten stehen in ständigem Kontakt, politische Gespräche ergänzen den Austausch. Die Botschaft ist eindeutig: Die Spannung dürfte anhalten, schnelle Entscheidungen sind nicht zu erwarten.
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