
von Alexandra
Pessach (Pesach) ist eines der zentralen Feste im jüdischen Kalender und erinnert an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei. Es ist ein Fest der Freiheit, des Gedenkens und der Zusammenkunft. Jedes Jahr im Frühling, im Monat Nissan, feiern Juden auf der ganzen Welt Pessach, um an die Ereignisse zu erinnern, die zur Befreiung der Israeliten aus der Knechtschaft führten und den Beginn ihrer Reise in die Freiheit markierten.
Die Geschichte von Pessach
Die Geschichte von Pessach ist tief in der biblischen Erzählung des Exodus verankert, die im Buch Exodus der Tora beschrieben wird. Gemäß der Tradition lebten die Israeliten jahrhundertelang als Sklaven in Ägypten. Unter der Führung von Mose und mit Gottes Hilfe befreite sich das jüdische Volk schließlich aus der Sklaverei. Die entscheidende Wendung kam, als Gott die zehn Plagen über Ägypten sandte, wobei die letzte Plage, der Tod der Erstgeborenen, das Pharao dazu zwang, die Israeliten ziehen zu lassen.
Pessach erinnert an diese dramatischen Ereignisse und das endgültige Überqueren des Schilfmeers, das den Weg in die Freiheit ebnete. Es ist ein Fest der Erinnerung und des Dankes für die Befreiung, aber auch eine Zeit, die mit den eigenen Erfahrungen von Unterdrückung und Freiheit in Verbindung gebracht wird.
Pessach erinnert an diese dramatischen Ereignisse und das endgültige Überqueren des Schilfmeers, das den Weg in die Freiheit ebnete.
Der Seder: Das Herzstück des Pessach-Festes
Das wichtigste Ritual von Pessach ist der Seder, ein festlicher Abend, der den Beginn des Festes markiert. Der Seder ist ein festgelegtes, traditionsreiches Mahl, das sowohl kulinarische Genüsse als auch religiöse Rituale umfasst. Der Seder wird am ersten und manchmal auch am zweiten Abend von Pessach abgehalten. Während des Seders wird eine bestimmte Reihenfolge von Ritualen und Symbolen durchgeführt, die die Geschichte des Exodus lebendig machen.
Ein zentraler Bestandteil des Seders ist der Seder-Teller (Kearah), der mit verschiedenen symbolischen Nahrungsmitteln gefüllt ist:
- Matzah: Ungesäuertes Brot, das an die Eile erinnert, mit der die Israeliten Ägypten verlassen mussten. Sie hatten keine Zeit, ihren Teig aufgehen zu lassen, und so blieb das Brot ungesäuert. Matzah wird während des Seders mehrfach gegessen und spielt eine zentrale Rolle in den Gebeten und Segenssprüchen.
- Maror: Bittere Kräuter, meist Meerrettich, symbolisieren die Bitterkeit der Sklaverei in Ägypten. Die Schärfe des Meerrettichs soll die Leiden der Israeliten während ihrer Gefangenschaft verdeutlichen.
- Charoset: Eine süße Mischung aus Äpfeln, Nüssen, Wein und Zimt, die den Mörtel darstellt, den die Israeliten bei der Zwangsarbeit für die Ägypter benutzen mussten. Es ist eine Erinnerung an die schwere Arbeit und den Schmerz der Sklaverei, aber auch ein Symbol für Hoffnung und die Süße der Befreiung.
- Karpas: Eine grüne Pflanze, oft Petersilie, die in Salzsalzwasser getaucht wird. Das Salzwasser symbolisiert die Tränen der Israeliten in der Sklaverei, und das frische Grün erinnert an den Frühling und das neue Leben, das mit der Freiheit verbunden ist.
- Z’roa: Ein Knochenstück, meist von einem Lamm, das an das Opferlamm erinnert, das in der Zeit des Tempels in Jerusalem geopfert wurde. Es wird nicht gegessen, sondern dient als symbolisches Zeichen für das Pessachopfer.
- Beitzah: Ein hartgekochtes Ei, das an das Opfer erinnert, das während des Pessachfestes im Tempel gebracht wurde. Es symbolisiert auch den Kreislauf des Lebens und die Hoffnung auf die Wiedererrichtung des Tempels.
- Chazeret (optional): Eine zweite Portion bitterer Kräuter, die zusätzlich zu Maror gegessen werden kann.
Während des Seders wird auch das Haggadah vorgelesen – ein Buch, das die Geschichte des Exodus erzählt, Gebete enthält und Anweisungen für die Durchführung des Seders gibt. Die Kinder nehmen eine wichtige Rolle ein, indem sie Fragen stellen und damit den Ablauf des Seders aktiv mitgestalten.
Die vier Becher Wein
Ein weiteres zentrales Ritual des Seders ist das Trinken von vier Bechern Wein. Jeder Becher repräsentiert ein Versprechen Gottes an das Volk Israel, das in der Tora genannt wird: „Ich werde euch herausführen, euch retten, euch erlösen und euch nehmen.“ Das Trinken der vier Becher Wein ist ein Ausdruck des Dankes und der Freude über die Befreiung.
Die Matzah und die Bedeutung der Ungesäuerten Brote
Während des gesamten Pessach-Festes essen die Juden keine gesäuerten Lebensmittel, da das gesäuerte Brot an das schnelle Verlassen Ägyptens erinnern soll, als die Israeliten keine Zeit hatten, ihren Teig gehen zu lassen. Die Matzah, das ungesäuerte Brot, ist also ein Symbol für Eile und das Fehlen von Zeit, um das gewöhnliche Brot zuzubereiten.
Moderne Bedeutung und Traditionen
Obwohl Pessach tief in der biblischen Tradition verwurzelt ist, hat das Fest im Laufe der Jahrhunderte auch eine bedeutende moderne Dimension erlangt. Es ist nicht nur eine Zeit, um die Geschichte des Exodus zu feiern, sondern auch, um über die Bedeutung von Freiheit, Gerechtigkeit und die Verantwortung für andere nachzudenken.
In vielen Familien gibt es zusätzliche Bräuche und Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dazu gehört das Singen von traditionellen Pessach-Liedern, das Erklären der Bedeutung des Festes, das Teilen von Geschichten und das Feiern mit Freunden und Familie.
Pessach ist ein Fest der Gemeinschaft. Es ist eine Gelegenheit, zusammenzukommen, sich an die Vergangenheit zu erinnern, die Gegenwart zu feiern und die Zukunft mit Hoffnung und Freiheit zu gestalten. Es erinnert die jüdische Gemeinschaft und die Welt an die zentrale Bedeutung von Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen.
Das jüdische Pessach-Fest ist weit mehr als nur ein religiöses Ritual; es ist ein tief verwurzeltes Symbol für die Freiheit, die Überwindung von Unterdrückung und das Streben nach Gerechtigkeit. Es ist eine Zeit, um innezuhalten, zurückzublicken und die eigene Verbindung zu den Wurzeln der jüdischen Geschichte zu erneuern. Durch die Feiern des Seders, das Teilen von Symbolen und das Erzählen der Exodus-Geschichte wird Pessach jedes Jahr zu einem lebendigen Fest der Erinnerung, der Hoffnung und der Befreiung.
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